Masterarbeit. Jetzt aber wirklich!

In den letzten Monaten hing die Masterarbeit wie ein Damoklesschwert über meinem Kopf. Es ging nichts weiter. Stress mit so ungefähr allem, was das Leben grad so für mich bietet, hat mich so dermaßen runtergezogen und demotiviert, dass ich kaum Lust dazu hatte, das Google Doc, in dem Janel und ich unsere Masterarbeit schreiben, überhaupt zu öffnen. Oder auf mein Blog zu schauen, wo die Masterarbeit ja doch ein großes Thema ist. So quasi: Wenn ich das Problem nicht sehen kann, dann existiert es gar nicht.

Aber man kann sich nicht ewig verstecken. Irgendwann musst du deinen Arsch hochkriegen und Dinge erledigen. Denn: Je mehr du vor dir herschiebst, desto mehr nagt es an deiner Seele, an deiner Gesundheit, an deinem Selbstwertgefühl. Deswegen haben Janel und ich uns sowas von in den Arsch getreten. Diese Masterarbeit muss Ende Februar fertig sein.

Es war ja nicht so, das wir *nichts* getan hätten – wir hatten ja schon so viel gemacht! Interviews durchgeführt, Bücher gelesen, ein Framework entwickelt. Nur: Das ganze auch Masterarbeits-mäßig niedergeschrieben hatten wir nicht. Weil… Das Leben halt. Manchmal… Dings.

Aber jetzt wirklich. Wir haben uns realistische Ziele gesetzt. Ende der Woche haben wir unsere 150.000 Zeichen. Ende der nächsten Woche unserer 200.000 Zeichen. Ich rufe unseren Betreuer an. Wir treffen uns mit ihm. Wir führen die letzten Interviews durch. Und so weiter.

Und siehe da – wir befinden uns nach vielen Wochen der Unsicherheit, des schlechten Gewissens und der Demotivation wieder am richtigen Weg.

Ich habe mein Zimmer umgestellt, meinen Schreibtisch aufgeräumt. Links neben meinem Laptop hab ich mein Kalenderbüchlein mit den Zielen liegen, Play-Doh und intelligente Knete für Fingergymnastik zwischendurch stehen. Und eine Pflanze steht dort auch. Für Frische. Rechts vom Laptop steht mein Wasserglas, liegt mein Notizblock mit den Strategieüberlegungen für unsere Implementierungsbeispiele. Wenn ich über den Bildschirm hinwegschaue, sehe ich meine Wand vollgeklebt mit Stattys, auf denen Ideen, Definitionen und Fragen stehen.

Und so arbeite ich. Nach dem Bürojob geht’s heim, Kundenprojekte bearbeiten und dann bis spät nachts an der Masterarbeit tippen. Arbeitsbeginn im INNOLAB (dessen neue Website übrigens online ist, check it out) um 7:40 Uhr, Arbeitsende am Schreibtisch um 22:00 Uhr. Zwischendurch strenge Pausen. Abendessen mit dem Schatz. Eine Stunde auf die Couch legen und was im Fernsehen anschauen. Sporteln (sofern ich nicht krank bin, was derzeit leider öfters vorkommt… verdammt!). Mama besuchen, im Wald spazieren, mit den Hunden am Boden rumliegen und abschalten.

Manchmal braucht man ein Tief, um ein Projekt und sich selbst wieder auf die Reihe zu kriegen.