Fastenzeit 2017 – eine neue Herausforderung

Während ich in die Tasten haue und die Masterarbeit von Janel und mir korrekturlese, formatiere und finalisiere, keimt in mir schon wieder alles Mögliche. Das Adrenalin, das mir durch den Körper schießt – jetzt, wo hoffentlich dieser Brocken an Arbeit geschafft ist – schenkt mir enorm viel Motivation und daher möchte ich langsam mein nächstes Projekt in Angriff nehmen: Fastenzeit 2017.

Fasten hat bei mir Tradition. Ich nehme mir seit ein paar Jahren jedes Jahr etwas vor und ziehe es durch – als Selbstversuch, als neue Erfahrung, aber durchaus auch als Möglichkeit zur Maßregelung. So habe ich vor etwa 4 Jahren begonnen, mich vegan zu ernähren. Vorher kein Fleisch gegessen. Der Klassiker: Kein Zucker. Dann auch mal kein weißes Mehl. Dann, zum Ausprobieren, mal komplett glutenfrei. Seit einiger Zeit ernähre ich mich wieder ovo-lakto-vegetarisch. Wie nun also fasten? Ich möchte dieses Jahr mal einen auf total regional machen.

Ich nehme mir vor, bis Ostern nur das zu essen, was im Umkreis von 100 km von Graz produziert wird.

Ähnlich Experimente gab es schon zuhauf. Ich hab bei den Recherchen herausgefunden, dass sich das ganze unter dem Begriff „Local Food“ sogar als Wikipedia-Eintrag im Netz finden lässt (interessant zu lesen – die Pros und Cons von Local Food). In Graz gibt es auch die Initiative Graz isst Graz, die zum Thema Local Food Tipps und Infos sammelt. Prinzipiell also keine allzu schlechte Ausgangslage.

Das Einfache

Prinzipiell glaube ich, dass es nicht sooooo schwer sein wird, die 100 km einzuhalten. Immerhin hab ich da fast die ganze Steiermark plus fast das ganze Burgenland plus ein Stückchen Niederösterreich, Kärnten, Ungarn, Slowenien und sogar Kroatien dabei.

100 km großer Radius um Graz

Spar hilft beim Experiment...

Spar hilft beim Experiment…

Obst (also Äpfel) und Gemüse bekomme ich auf den Grazer Bauernmärkten – ich besuche am liebsten am Freitag den im Citypark oder am Samstag den beim Ostbahnhof. Jetzt im Frühjahr gibt es viel Wurzelgemüse, viel Salat (Chinakohl, Endivie, hoffentlich bald Vogerlsalat und Spinat) und Schmankerl wie Käferbohnen. Da mache ich mir keine Sorgen, dass ich „leiden“ muss, das mag ich alles total gerne. Auch Getreide – in diesem Fall Dinkel – bekomme ich von meinem Stammbauern oder auch in normalen Supermärkten wie Spar, der Lokales auch speziell auszeichnet.

Milchprodukte werden auch kein Problem sein: Die Weizer Schafbauern haben sowieso die beste Milch und auch den köstlichsten Käse. Schafmilchprodukte vertrage ich außerdem auch besser als Kuhmilchprodukte. Falls ich davon doch was brauche, gibt es ja immer noch die Stainzer Milch. Da krieg ich auch Butter her, denn Schafmilchbutter haut mich geschmacklich nicht wirklich um, bekomme ich nur direkt in Weiz und ist mit 4,99 EUR für 220 Gramm doch ziemlich teuer.

Eier gibt’s wunderbar auf den Bauernmärkten oder aber beim Arztenbauerhof, wo man den glücklichen Hühnern auch beim Scharren zuschauen kann. Oder ich überzeuge meine Eltern doch noch, ihren großen Garten mit Hühnern ein bisschen zu beleben 😉

Das Schwierige

Naja, es ist halt noch immer Winter. Also gibt es eine beschränkte Auswahl an Obst-Köstlichkeiten.

Was besonders schwierig wird, vor allem, weil ich es echt gern esse: Reis und Zitronen. Nudeln finde ich wahrscheinlich aus lokaler Produktion (zum Beispiel von der Schafler-Mühle) oder kann ich vielleicht mit meiner Nudelmaschine und lokalem Hartweizengries sogar selbst herstellen (die Nudelmaschine wartet eh schon lange sehnsüchtig auf ihren ersten Einsatz). Aber Zitronen… ach, ich werde sie vermissen. Es gibt nämlich nichts besseres als Zitronensaftmarinade auf Salat. Oder am Reis. Oder auf Linsen. Oder im Kuchen *träum*

Offen für Neues

Worauf ich mich in den kommenden Woche freue, ist das Entdecken neuer Köstlichkeiten, neuer Läden und neuer Produzenten. Es gibt so viel allein in Graz, was ich noch nicht kenne. Ebenso hoffe ich, auch ein paar neue Rezepte ausprobieren zu können. Ich hoffe – oder besser, ich erwarte – dass einiges von dem, was ich ausprobiere, auch nach der Fastenzeit erhalten bleibt. Prinzipiell kann es nie schaden, ein bisschen regionaler und saisonaler zu essen. Auch, wenn Bananensmoothies und frischer Orangensaft im Winter köstliche Seelenstreichler sind.

Wer ist dabei?

Hat jemand Lust, mitzumachen? Meine liebe Mama hat Interesse angemeldet und eventuell werden wir noch mehr, die dieses Experiment wagen – und dann darüber berichten können. Ich hoffe, ich schaffe es, zumindest einmal pro Woche ein Rezept oder ein neu entdecktes Geschäft oder einen neu entdeckten Produzenten vorzustellen.

Quasi als Ausgleich zur Masterprüfung, die Ende März / Anfang April ansteht 😉