Das Tief

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Beitrag schreiben soll. Ob ich ihn veröffentlichen soll. Denn wahrscheinlich sind kritische, aber im Grunde doch optimistische Posts eher das, was man lesen möchte. Und nicht Geraunze über eine schlechte Phase. Über das Tief.

Warum ich nun doch darüber schreibe: Therapie. Selbstreflexion. Selbst-in-den-Arsch-Treten. Oder eine Entschuldigung?

Also: Entschuldigung. Meine Kolleginnen und Kollegen bloggen brav und ich dümple so dahin mit meinem letzten Beitrag vom 1. März. Ich habe die Ironblogger Steiermark verlassen, weil ich es nicht mehr gepackt habe. Der Grund ist, dass ich neben innolab, TanzTraum, Werbeagentur und Hochzeitsvorbereitungen und, oh ja, mein Masterstudium einfach keine Kraft mehr hatte fürs Bloggen über das Studium. Ich war schon froh, dass ich es zu manchen Hangouts geschafft hab.

 

Mein Mariannengraben

Ich bin in einem massiven Tief. Mariannengrabenmäßig. Die letzten Wochen und Monate waren eine Journey to/in the center of the earth, sozusagen. Und ich will ehrlich sein: Mehr als einmal hab ich überlegt, ob ich nicht einfach ein E-Mail an Heinz Wittenbrink schreiben soll um ihm zu sagen, dass es nicht mehr geht zeitlich und psychisch, dass ich nicht mehr will, weil mich alles anzipft, dass ich viel gelernt habe und dass mir das reicht, dass mir der Master-Titel egal ist.

Ein paar Leute in meinem Umfeld, denen ich von meinem Tief und meinen Gedanken ans Hinschmeißen erzählt habe, meinten, es wäre doof, so kurz vor Schluss das Handtuch zu werfen. Ein paar Monate noch durchbeißen. Die Hochzeit ist bald vorbei. Die Tanzkurse und Lehrveranstaltungen sind ja auch bald vorbei.

Andere meinten, dass es wichtiger wäre, dass es mir gut geht und dass der Abschluss des Studiums da weniger Priorität hat. Welchen Wert hat schon der Titel, wenn mich der Weg dorthin kaputt macht? Ich hatte schon einmal die Freude, nach Überarbeitung gesundheitlich richtig abzustürzen. Danke, nie wieder.

Die Versuchung war groß. Ehrlich gesagt hatte ich das Adieu-E-Mail schon geschrieben. Lange hab ich’s vor mir gehabt und es immer wieder durchgelesen. Und dann hab ich auf „Entwurf löschen“ geklickt.

 

Was nun?

Ich bin immer noch in meinem Tief. Nach einem schönen FedCon-Wochenende, auf dem ich richtig abschalten konnte, und der Tatsache, dass meine Hochzeit in genau einem Monat stattfindet, sehe ich aber das Licht. Jetzt geht es daran, Schritt für Schritt abzuarbeiten, was vor mir liegt. Und weil wir im innolab immer predigen, dass man sich immer drei nächste Schritte vornehmen soll, sind hier meine drei Schritte:

1. Interview finalisieren
Ich habe mit Thomas Edlinger von der Altran Concept Tech GmbH über Wissensmanagement und Intranet gesprochen. Es war super spannend, ich bin allerdings noch nicht ganz fertig mit der Aufbereitung für meinen Blog. Das ist das Erste, was ich tun sollte.

2. Zwei Kapitel der Masterarbeit finalisieren
Für den Abschluss des dritten Semesters müssen wir zumindest ein Kapitel der Masterarbeit vorlegen. Da Janel und ich gemeinsam schreiben (hier nochmals der Post zu unserem Thema), müssen wir ergo zwei Kapitel bis Ende Mai abgeben. Der Plan ist, die theoretische Einführung und Methodologie fertig zu stellen. Das ist was für dieses und kommendes Wochenende und der fetteste Punkt auf der Liste.

3. TeilnehmerInnen für das empirischen Teil der Masterarbeit rekrutieren
Das nehme ich mir für Juni und Juli vor. Idealerweise nach der Hochzeit, weil bis dahin werden wir wohl nicht dazu kommen. Glücklicherweise habe ich im innolab viele Möglichkeiten, interessierte Leute zu finden.

 

Durchbeißen

… heißt es jetzt. Heute war ich bei einem coolen Workshop von und mit Dietmar Muchitsch rund um Content Marketing. Und ich hab die Carmen getroffen. Sowas baut auf und gibt neue Motivation. Heute Abend steht noch ein Hangout mit Margot Bloomstein an. Ich bin schon gebadet und fühle mich frisch.

Durchatmen. Durchbeißen.

Mein Tief. Bild: pixabay