Lasst uns einfach helfen!

Boa ey. Heute nur ganz kurz, eigentlich wollte ich übers Studium bloggen, aber ich bin grad so grantig. Eine Bekannte hat auf Facebook diesen Beitrag gepostet. Darin geht’s um die Verschwörungstheorie, dass alle Kriege sowieso nur von machtgierigen Verfechtern einer neuen Weltordnung angezettelt werden, dass der Flüchtlingsstrom gewollt ist, damit Europa zerstört wird und die vor diesen Kriegen flüchtenden Menschen zu 90 % keine Kriegsflüchtlinge sind und wir nur unsere Nächsten (Nachbarn, Freunde, Familie) lieben sollen und nicht mehr mitmachen sollen bei dem Flüchtlingstheater und so weiter. Aja und Medien sind böse. Der Herr ist „in der bevorzugten Lage nicht arbeiten zu müssen.“ und predigt dann aber über die armen Arbeitssklaven (ich glaub, ich bin einer davon…). Anmerkung an dieser Stelle: Vielleicht bin ich auch nur zu wenig energetisch positiv aufgeladen oder lichtbeschienen oder einfach nur voller falscher Liebe, um diesen Beitrag zu verstehen.

Jedenfalls: Was mich an diesem Artikel so aufregt – abgesehen von Behauptungen ohne Quellen und der wie ich finde außergewöhnliche Abgehobenheit des Autoren – ist die Tatsache, dass der Autor den Helfern Dummheit vorwirft und „falsche“ Liebe. Oh wir bösen Idioten, wir helfen! Damit reiht er sich in die Schlange an Leuten ein, die die dämlichen/radikalen/linkslinken/homosexuellen/[insert Schimpfwort here] Gutmenschen beschimpfen oder verspotten, weil sie Zeit und Geld für Flüchtende opfern. Ein Paradebeispiel: Die nicht so freundlichen Kommentare rund um Elke Lichteneggers Aufnehmen eines Flüchtlings.

Euch Schimpfern, Spottern und Raunzern möchte ich heute sagen:
Lasst uns doch in Ruhe helfen!

Keiner verlangt, dass ihr aufspringt und zum nächsten Bahnhof fahrt, um Flüchtlingskinder zu hopperln. Keiner verlangt, dass ihr 100 kg Obst kauft oder halal Linseneintopf kocht und damit nach Traiskirchen fahrt. Keiner verlangt, dass ihr überhaupt was tut. Aber lasst zumindest die Leute, die helfen, in Ruhe und nennt sie nicht dumm, weil sie autoweise Hilfsgüter sammeln, Platz für Flüchtende in ihren eigenen vier Wänden schaffen und auf Facebook um Spenden fragen. Bittedanke.

Ich habe übrigens probiert mit der Bekannten darüber zu diskutieren, so wie ich es schon in meinem vorletzten Posting angesprochen habe. Das hat zwei, drei Kommentarwechsel lang funktioniert, in denen ich ihr gesagt hab, dass ich den Autor für nicht sonderlich faktenbasiert und bodenständig halte und dass natürlich jeder seine eigene Meinung haben kann, man aber mit verbaler Gegenwehr rechnen muss, wenn man solche Anschuldigungen postet.

Dann hat sie die Diskussion abgewürgt:
facebook

Na dann.