UX-Challenge: Design liebt Development

Wie gestaltet man das schlechteste und benutzerunfreundlichste E-Mail-Eingabefeld? Mit dieser Frage als Warm-up startete die erste UX-Challenge in Graz. Ziel der Veranstaltung: Designer, Developer und andere interessierte Leute zusammenzubringen und sie gemeinsam an einer kleinen aber durchaus kniffligen Usability-Aufgabe arbeiten zu lassen.

Organisiert wurde das Ganze von Carrot & Company und Ideenreich unter der Initiative UXability.

UX-Challenge: Die COS-DaheimgebliebenenDie „Daheimgebliebenen“, also die COS-Studierenden, die nicht mit nach London geflogen waren, waren auch dabei. Irgendwer musste ja in die Kategorie „andere interessierte Leute“ fallen. Am Foto übrigens nur Paolo, Janel und meine Wenigkeit – Kevin war zu diesem Zeitpunkt schon gegangen, wir anderen waren ein wenig länger da 🙂

Die Challenge

Die Aufgabe des Abends war scheinbar einfach und betont offen: Gestalte das benutzerfreundlichste E-Mail-Eingabefeld. Nachdem weder Kontext noch Ziel vorgegeben waren, durfte jedes der drei zusammengelosten Teams selbst den Rahmen abstecken.

Teamarbeit rocks!

Ich war mit Mario (Entwickler) und Jürgen (wie ich ein „Anderer“) im Team Koala.

Unsere Vorgehensweise: Der morphologische Kasten *light*, viel Diskussion und ein Paper Prototype.

Erstmal haben wir die Attribute von Web-Formularen zusammengeschrieben – Größe und Form der Eingabefelder, Beschriftung, Validierung, Hilfe, Platzierung und Anordnung der Elemente etc. Danach haben wir – auch anhand von Beispielen wie Facebook, Amazon, Digitalocean, Ebay usw. – die Ausprägungen der Attribute recherchiert, zusammengeschrieben und überlegt, wie sie zusammenpassen könnten.

Der nächste Schritt war, den Kontext für das Formular festzulegen. So haben wir spontan die Koala Korporation gegründet 😉 und ein Sign-up-Formular für eine Community entwickelt. Das Formular haben wir dann ganz spontan auf ein Flipchart gemalt. Weil auf Computer-Bildschirme starren wir eh alle oft genug.

Das hat bei der Präsentation für Amüsement gesorgt, denn die Fehlermeldungen und Hilfemeldungen und das, was der User eingibt, haben wir mit Zetteln demonstriert. Quasi ein interaktives Plakat.

Voting mittels Feedbackr

Die Abstimmung über die Ergebnisse fand über Feedbackr statt (eine coole Grazer Entwicklung – hat übrigens auch gestern beim Songcontest für Sofortfeedback super funktioniert). Unser Team Koala hat gar nicht schlecht abgeschnitten 😉

Was heißt das jetzt für mich?

User Experience und Usability umflattern mich eh schon seit der Zeit bei evolaris. Was ich für mich, meinen Blog und auch meine Arbeit beim innolab mitnehme, ist das Denken an den User – nicht nur in Form von „Wie mache ich es am besten?“ sondern auch mit der Flip-Flop-Methode in Form von „Wie mache ich es am schlechtesten?“. Durch diese Perspektive kommen ganz neue Stolpersteine zum Vorschein und ich glaube, das hilft bei der Entwicklung von gut benutzbaren Webseiten sehr viel. Auch, wenn man selbst nicht Entwickler sondern nur konzipiert und designt.

Stay tuned!

Diese UX-Challenge war die erste ihrer Art. Nachdem wir eine kleine, aber feine und produktive Runde waren und das Feedback sehr positiv, wird es in Zukunft sicherlich noch weitere Challenges geben. Am besten auf der Facebook-Seite von UXability schauen oder auf deren Website.

Vielleicht trifft man sich dann ja mal 🙂

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