Marketing ganz günstig

Anfang Jänner war ich bei „Marketing ohne Budget„, einer WK-Veranstaltung mit Impulsvortrag und anschließendem Mini-Workshop (ich hab Stress, deswegen liegt dieser Beitrag schon so lange als Entwurf rum). Jetzt komme ich endlich mal dazu, meine Gedanken und Erfahrungen dazu in mein Denkarium zu klopfen.

Wie mache ich Marketing, ohne Geld auszugeben? Die Frage hat mich angesichts meiner Arbeit im innolab sowie als Tänzerin immer schon beschäftigt. Ich bin – genauso wie die KlientInnen, die ins innolab kommen – niemand, der ein monatliches Marketingbudget von ein paar hundert Euro oder mehr hat. Ich plane auch Anfang des Jahres kein Budget ein, gebe ich zu. Vielleicht in der naiven Hoffnung, dass alles von selbst läuft. Was natürlich Blödsinn ist.

Marketing

Bild: Pixabay

Ganz ohne Budget geht’s nicht – vor allem nicht, wenn ich professionell auftreten und tatsächlich was erreichen will. Der Start ins Marketingabenteuer kann mit grundlegenden Überlegungen schon kostenlos beginnen. Ich hab dazu im letzten Jahr mal fürs innolab einen Beitrag geschrieben und auch bei „Marketing ohne Budget“ war das Erarbeiten der Marketing-Basics ein Thema.

Ein Tipp, den ich allen sehr ans Herz legen kann: Erste Überlegungen selbst anstellen und dann Feedback einholen. Idealerweise von jemandem, den man als „Zielgruppe“ identifiziert hat. Wieder weiter überlegen, ergänzen, verbessern – und wieder Rücksprache mit dem Sparring-Partner halten. Die meisten Menschen freuen sich, wenn man ihnen nicht einfach ein Angebot hinknallt, sondern versucht, genauer zuzuhören, was sie wollen.

Man bekommt, wofür man bezahlt.

Es reicht in der Regel nicht, irgendein Logo selbst im GIMP zu zeichnen (trust me, I’ve tried). Für die knappen Budgets lohnt sich ein Blick auf Fiverr, dort bekommt man für wenig Geld schon brauchbare Logos oder ganze Corporate Designs. Aber Top of the Pops ist das halt auch nicht (ich kann nicht für einen Micra bezahlen und einen Ferrari erwarten) und ein bisschen weh tun sollten einem diese Hungerlöhne schon. Besser: Mit einem Graphiker oder einer Graphikerin des Vertrauens reden, ein wenig in die Thematik des Logo-Designs einlesen und nach einer Lösung mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis suchen. Ein Logo ist eine Investition für die Zukunft und sollte entsprechend behandelt werden.

Das selbst gilt für die Website: Gratis Baukästensysteme sind eine gute erste Lösung, keine Frage. Professioneller wird’s allerdings erst, wenn entsprechend Zeit („ich befasse mich mit WordPress“) oder Geld („ich besorg‘ mir einen Webdesigner“) reinfließt. Ganz ohne Geld wird’s auch hier nicht gehen. Ordentliche Webspaces und Domains gibt’s schon ab ca. 40 EUR im Jahr. Ein fesches WordPress-Theme gibt’s ab ca. 35 Dollar zum Beispiel bei Themeforest.

Schöne Fotos sind Pflicht

Eine Sache, bei der ich wirklich nicht sparen würde, sind Fotos: Schöne Fotos sind so viel wert! Sie sind oft der erste visuelle Kontaktpunkt, wenn man sich nicht persönlich über den Weg läuft. Sie müssen einfach professionell gestaltet sein. Zumindest die „Hauptfotos“, die People, Places, Plot, Purpose – die 4 Ps des Storytelling – beschreiben. Also schöne Porträtfotos, Bilder der Arbeitsstätte, dessen, was hauptsächlich passiert und des Zwecks (der Anwendung) müssen sein. Hier Geld zu sparen lohnt sich nicht.

An dieser Stelle muss ich mal Werbung für meinen Lieblingsfotografen machen. Christoph Steinbauer, meine Damen und Herren, Fotograf meines Vertrauens seit 2010 🙂

Sei da, wo deine Zielgruppe ist

Was mir bei dem Vortrag am März gefehlt hat, war das rausgehen in die echte Welt. Kontakte knüpfen und Präsenz zeigen auf Veranstaltungen, Leute befragen, beobachten und analysieren in ihrem Verhalten. Man tauscht sich aus, was man kann und wie man sich gegenseitig helfen kann.

Für mich als Tänzerin sind das Promotion-Auftritte und Schnupper-Workshops. Allerdings nur mehr bei ausgewählten Veranstaltungen – und die muss man erst finden, das dauert eine Zeit lang. Restaurant- und Shisha-Bar-Auftritte für einen Hungerlohn mache ich mittlerweile nicht mehr (auch, wenn ich echt gerne so nah am Publikum tanze). Ich habe rausgefunden, dass sie mir aus Marketingsicht genau *nichts* bringen. Auch eine Learning, auch eine Erfahrung.

Das heißt, dass ich dort gefunden werden muss, wo sich meine Zielgruppe ihre Informationen holt. Heißt: Vielleicht brauch ich gar keine Facebookseite. Aber dafür eine verdammt gute Website und ein schönes Budget für Google Adwords. Mir zum Beispiel haben Adwords einige neue Anfragen gebracht. Anderen Bekannten wiederum brachten die guten alten Google-Anzeigen nichts. Deswegen: Analysieren, Feedback einholen und ein Konzept erstellen. Testen. Testen. Testen. Und testen. Vielleicht lohnen sich auch Facebook Ads. Wieder kenne ich hier ein Beispiel, wo Facebook Ads super funktioniert haben und andere Beispiele, wo’s für die Katz war.

Fazit: You have to spend money to make money

Schlussendlich funktioniert langfristiges Marketing ohne Budget nicht. Von Fotos, Webspace und Domain über Flyer, Zeit und Schweiß für Webdesign, Schnupperworkshops und Promotionauftritte… Man muss kein großes Budget haben, aber stattdesssen wissen, wie man ein kleines Budget richtig investiert.