#bcg15 – Das Barcamp ganz oben

Der Hauptraum ist diesmal im vierten Stock. Ganz oben? Ja, da wo wir hingehören.

barcamp2015Das Barcamp Graz ist das größte Barcamp Österreichs. Und mit groß ist nicht nur gemeint „viele Teilnehmer“ (nämlich ca. 270) sondern auch großartig. So eine Vielfalt von Themen, Menschen und qualitativ hochwertigen Beiträgen bei gleichzeitig extrem konstruktiver und freundlicher Atmosphäre findet man wohl nirgends anders. Alle duzen sich und man ist offen für unterschiedlichste Themen: Die perfekte Voraussetzung für das Teilen von Wissen, für das Geben und Nehmen von Informationen, Meinung und Gedanken.

Von 17. bis 19. April 2015 fand dieses Jahr das Barcamp in Graz – Twitter-Hashtag #bcg15 – statt. Das Barcamp ist themenunspezifisch und hat mehrere Streams: Wissenscamp, Politcamp, Designcamp, AppDevcamp, Startcamp, UXcamp und COScamp. Zusätzlich gab’s dieses Jahr am letzten Tag noch ein Misccamp und ein Outdoorcamp – der Andrang war so groß, dass weitere Räumlichkeiten in Beschlag genommen werden mussten.

Der Social-Media-Boom in Graz

In Graz ist Barcamp-Zeit immer auch die Zeit, zu der Twitter tatsächlich funktioniert in Graz.

Eh klar, denn irgendwie muss man ja mitteilen, wie genial die Sessions sind und was man daraus mitnimmt. Und das Vernetzen funktioniert über Twitter einfach am besten. Eine Session braucht Getränke? Jemand ist ausgesperrt? Wo ist der Raum fürs Wissenscamp? Die Barcamp-Twitterer helfen.

Lehrveranstaltung und Barcamp: Win!

Im Blogpost zum #coscamp im letzten November hab ich schon über die Kombination von LV und Barcamp-Gedanke geschrieben. Die positive Erfahrung von damals hat sich bestätigt: Wir hatten am Freitag eine spannende Wissenscamp-Session mit Alex Stocker, in der anhand einer Fallstudie das Thema „Enterprise 2.0: Collaboration mit 45+ Jahren“ diskutiert wurde. Die Diskussion brachte teils sehr leidenschaftliche Meinungen von unterschiedlichsten Seiten – von NutzerInnen ebenso wie jüngeren und älteren Menschen, die für die Einführung von Enterprise 2.0 und Social Software in Unternehmen zuständig waren und sind. Das brachte zwar die Diskussion nicht sehr weit, zeigte uns Studis aber die Emotionalität dieses Themengebiets sehr eindrucksvoll auf. Verbunden mit den Fallstudien von E2.0 Cases, die wir schon vor Beginn des Barcamps ausgearbeitet und präsentiert hatten, war das eine sehr spannende Lehrveranstaltung.

Start-up versus GründerIn

Nach der Wissenscamp-Session besuchte ich das Startcamp, wo Werner vom Ideentriebwerk eine Session über den Wirtschaftsstandort Graz. Für mich als innolabianerin natürlich ein Pflichttermin. Die Session verwandelte sich mit der Zeit in eine Diskussion rund um die Frage:

Eine finale Klärung der Frage haben wir nicht geschafft, aber wir haben Erfahrungen ausgetauscht. Es war interessant zu hören, was sich die Session-Teilnehmer unter „Start-up“ vorstellten.

Fandoms, unite!

Die finale Session des Tages widmete ich dem Fandom. Relativ unerwartet, aber angetrieben von der Vorstellungsrunde mit vielen Nerd-Tags wie #exterminate und #wingardiumleviosa, hab ich eine Fandom-Session vorgeschlagen und mit ungefähr fünf Teilnehmern gerechnet. Dann war der Raum gestopft voll.

Und was soll ich sagen: Fantastic! Das Gefühl, in einer Runde von Menschen Gleichdenkende und -fühlende zu finden, die sich für die selben Serien, Filme, Bücher und Spiele begeistern, ist wunderbar. Die Session ist super angekommen und wir hatten so viel Spaß. Ein wunderbares Ende des ersten Barcamp-Tages.

Tag 2

Der zweite Tag startete wieder mit einer Lehrveranstaltung – von 8:30 bis 10:30 Uhr nicht im Rahmen des Barcamps – und zwar mit Information Architecture, vorgetragen von Keith Andrews. Diese Lehrveranstaltung hatte uns COSis im Vorfeld bereits einiges an Nerven gekostet. Wir mussten Card Sortings durchführen und diese dann manuell ebenso wie statistisch analysieren. Nur: Das Spreadsheet funktionierte nicht wirklich (schon gar nicht unter LibreOffice) und auch die Installation und die Arbeit mit R war für uns Programmier- und Statistik-Anfänger nicht grad einfach. Nach der LV zogen wir dann gleich ins Barcamp um – besser gesagt ins COScamp.

Accessibility und alle lieben Hubert

Die ersten zwei Sessions hielt Eric Eggert – Themen: Accessibility und Multiscreendesign. Danach folgten zwei Sessions mit Hubert Weitzer. Warum es in seiner Session ging, zeigt folgendes kurzes Video:

Was soll man dazu sagen. Alle lieben Hubert. Er kann, wie Heinz auch im Video sagt, eine super unterhaltsame Lehrveranstaltung auf hohem Niveau bieten.

Nerdgasm Teil 2: Die Munchkin-Session

Den Abschluss des Barcamp-Tages bildete eine Munchkin-Session. Munchkin ist ein Kartenspiel für Menschen, die Rollenspiel, Fantasy und Co. lieben und mal so richtig über sich selbst lachen wollen. Perfekt für die Fandom-Truppe von Freitag, die sich (in verringerter Zahl, aber immerhin) zum Spielen traf. Es war eine witzige, anderthalbstündige Session mit stacheligem Genitalschoner, Krakzilla und Geschlechtsumwandlungsfluch.

Tag 3

Der Sonntag startete mit OMGsofrühaufstehen. Barcampen ist halt doch anstrengend und irgendwann geht einem der Schlaf schon ab. Wie dem auch sei, um 9 Uhr war ich an der FH JOANNEUM und bereit für die Sessions. Nach einem wunderbaren Frühstück startete die Sessionplanung – und dank des schönen Wetters gab es eine „Fandoms, Unite! The Sequel“-Session unter freiem Himmel.

Nerdcamp is born

Diese Session war in jeglicher Hinsicht genial: Durch das gemeinsame Spinnen wurde das Nerdcamp geboren (Werbung: jetzt schon auf Twitter und Facebook). Das Nerdcamp wird das Barcamp-Prinzip mit freakigen Aktivitäten wie Muggle-Quidditch, LARP-Training usw. verbinden. Genaueres wird noch geplant – bei der einen oder anderen Munchkin-Session 😉

Nähere Informationen gibt’s dann – sobald es sie gibt – natürlich auch im Denkarium zu lesen.

Die Geschichte von Applejack, dem Tiger

Die letzte Session besuchte ich bei Roman, der uns das kreative Schreiben näher brachte. Was dabei raus kam, könnt ihr hier nachlesen. Nur soviel sei gesagt: Bei mir ergab sich eine Geschichte über einen Tiger namens Applejack, der über ein exotisches Mittagessen sinniert. Ich hoffe, dass die Geschichten der anderen Teilnehmer auch irgendwo veröffentlicht werden – denn die vorgelesenen Storys waren schon mega-genial 😉

Fazit

Jaaaa, was soll ich sagen. Es war wieder wunderbar, wie schon im letzten Jahr, aber diesmal ging es für mich sehr stark um a) die Studieninhalte und b) das Nerdcamp. Das Gute daran ist, dass ich mich so richtig darauf konzentrieren konnte. Das Schlechte daran: Von den anderen Camp-Streams hab ich leider sehr wenig mitbekommen. Dabei hätte mich gerade die Session rund um das Thema „Tod“ sehr interessiert. Oder die Session über „Überwachung von Journalisten“. Oder die Sessions übers Dumpstern. Oder die Jonglier-Session am Sonntag.

Aber das ist nunmal ein Barcamp: Zu viele gscheite Leute, zu viele coole Themen für einen einzelnen Menschen. Hach. Ich freu mich aufs #bcg16!