Kreativ ins neue Jahr: Eine Trachtentasche entsteht

Mein Vorsatz fürs neue Jahr ist: Mehr DIY in meinem Leben. Das heißt auch mehr DIY bei Geschenken (schon die Weihnachtsgeschenke waren zum größten Teil selbst gemacht). Für meine liebe Tante und Taufpatin habe ich am vergangenen Wochenende eine Tasche designt und geschneidert – mit 3D-druckerischer Unterstützung von meinem Herzallerliebsten (siehe Geek Air). Wie ich das angegangen bin, seht ihr in diesem Blogbeitrag:

 

1. Das Design und das Schnittmuster

Gekritzelt auf ein Blatt Papier, schon mal mit Überlegungen zu Farben und Stoffen. Darauf wird dann das Schnittmuster basieren und im Endeffekt hoffentlich auch die fertige Tasche. Das Schnittmuster zu zeichnen war ob der einfachen Form kein Problem und ich hab’s ganz unkompliziert auf normales, kariertes Papier gezeichnet. Mit ein bisschen Herummessen hatte ich dann auch alle Maße für die Paspeln, das Schrägband und den Schulterträger.

 

2. Die Stoffe

Nachdem ich noch grünen, dünnen Lodenstoff daheim hatte, hatte ich schon die Basis für die Tasche. Gekauft habe ich dann noch einen halben Meter von gepunktetem rosa Stoff und grünem Trachtenstoff. Ein halber Meter ist zwar zu viel, aber weniger Stoff am Stück bekommt man nicht 😉 Und so hab ich schon wieder einiges an Reststoff für meine Quiltprojekte. Die passenden Nähseide hatte ich schon daheim, Kordeln für die Paspeln habe ich noch gekauft. Zugeschnitten war recht schnell und die Paspeln habe ich bei einem Basteltreffen handgenäht. Muss auch hin und wieder gemacht werden 🙂

 

3. 3D-gedruckte Formstäbchen

Damit die Tasche eine schöne Form behält, bin ich eine Kooperation mit dem Softwarebär eingegangen. Er druckt ja für seine Modellflieger sehr viel selbst und es wurde ohnehin längst mal Zeit, dass wir was zusammen machen. Basierend auf meinem Schnittmuster hat er mir zwei Formstäbchen gedruckt. Beim nächsten Mal wird aber zuerst gedruckt und dann das Schnittmuster gezeichnet, weil meine Freihandzeichnung ist schwer ins System reinzubringen *gg*

Trachtentasche - Formstäbchen

 

4. Das große Zusammenfügen

Alle Einzelteile liegen bereit, die Paspeln sind genäht, die Schrägbänder gebügelt. Jetzt geht’s ans Zusammenfügen! Zuerst habe ich die Innentasche, also das Futter genäht. Dann war die Außentasche dran, wo auch die Paspeln zum Einsatz kamen (sehr hilfreich dabei: der Reißverschlussfuß der Nähmaschine). An dieser Stelle werden dann auch die Formstäbchen eingebaut. Ich hab sie, wie im Bild oben zu sehen, in kleine Stoffschläuche reingesteckt, damit sie nicht am Außenstoff scheuern. Die Nahtzugabe der Stoffschläuche habe ich dann mit den Nahtzugabe der Außentaschennähte verbunden. Das war Pfriemelei, aber hat ganz gut funktioniert. Zum Schluss kam dann das Futter in die Außentasche. Die Lasche von Futter und Oberstoff (oder Deckel oder wie auch immer man das nennt) habe ich gleich zusammengenäht und mit einer Paspel verschönert.

 

5. Finishing Touches

Nachdem ich den Träger genäht habe kommt jetzt die Handarbeit: Das Schrägband musst vorsichtig per Hand am Taschenrand angenäht werden, wenn man nicht will, dass die Nähmaschinennadel an den Formstäbchen bricht. Dann wird der Verschluss – eine Magnetschließe – eingenäht und mit einem Mascherl verziert. Die Träger nähe ich zwischen die Formstäbchen und nähe einen kleinen Steg zwischen den Stäbchen – zwecks der Optik.

 

6. Anschauen und Freuen!

Die Tasche ist fertig! Gebraucht habe ich insgesamt ungefähr 5 Stunden, wenn ich mich recht erinnere. Kommt noch die Zeit für Design des 3D-Gedruckten sowie die Druckzeit dazu, sind wie bei geschätzten 8 Stunden. Für meine erste, von Grund auf selbst geschaffene Tasche bin ich schon sehr stolz und ich hoffe, dass meine liebe Tante sie auch gerne tragen wird 🙂

Die fertige Trachtentasche!