Arbeiten mit Medium – werde ich meinem Blog untreu?

Im Studium arbeiten wir derzeit mit Medium. In der Lehrveranstaltung „Schreiben, Redigieren und Kuratieren für das Web“ lautet das erklärte Ziel, ein Magazin zu produzieren. Mit hochwertigem Online-Content rund um Content (Contentception! So meta!). Und das dann auf der Plattform Medium, die für die meisten Leute im Studiengang neu ist – auch für mich. Werde ich meinem Denkarium jetzt untreu? Hier meine ersten Erfahrungen mit Medium.

Gemeinschaftliches Schreiben
Auf Medium kann jeder veröffentlichen. In seinem eigenen Stream oder in einer Collection, die in der Regel thematisch geordnet sind und somit wie Magazine gesehen werden können. Als Autor kann man Entwürfe auch mit anderen Autoren teilen, die den Entwurf dann kommentieren können. Tatsächlich gemeinsam schreiben funktioniert nicht, dazu nutzen meine Gruppe und ich für das COS-Studium immer noch Google Docs, wo Realtime-Zusammenarbeit sehr gut funktioniert.
Was wiederum nett ist: Wenn andere Autoren im Artikel noch während des Draft-Status kommentiert, wird er im veröffentlichten Artikel automatisiert lobenswert erwähnt. Gefällt mir!

Eine andere Audience
Der Vorteil von Medium gegenüber (m)einem Blog ist die andere Audience. Den Blog lesen in der Regel stets die selben Menschen, auf Medium hat man die Chance, auch andere Leute zu erreichen. Heißt das jetzt, ich veröffentliche Dinge sowohl hier wie auch dort? Nein, ich bin kein Freund von Duplicate Content. Medium ist für mich – auch studiumsbedingt – eher eine Plattform für journalistisches Schreiben und gleichzeitig eine spannende Lektüre. Dort lese ich Beiträge, die ich sonst eher weniger an mich ran lassen würde. Die Beiträge sind qualitativ auch sehr hochwertig – da funktioniert das Empfehlungssystem wohl sehr gut. Einen Beitrag hab ich selber bereits veröffentlicht. Ein kleiner Rechercheartikel fürs Studium und mein erster Versuch, mit Medium zurecht zu kommen.

Screenshot: Medium

Screenshot: Medium

Kommentare pro Absatz
Ein weiteres schönes Feature ist die Tatsache, dass Kommentare pro Absatz bzw. pro Wort und Satz gepostet werden können. Das ist ein super, um einzelne Aussagen zu kommentieren, zu hinterfragen oder mal einfach nur ein Lob zu hinterlassen. Praktischerweise werden die Kommentare erst nur dem Autor zugänglich gemacht, der kann sie dann freischalten (oder auch nicht). Damit macht Medium der Linearität von Blogpost-Kommentaren ein Ende, und das gefällt mir sehr gut.

Formatierung: simpel und schön
Schwarz, weiß, grau. Angenehm im Auge, edel am Bildschirm. Bei der Formatierung setzt Medium auf Einfachheit und Eleganz. Bilder können eingefügt werden, ebenso wie Zitate, Links, Tweets usw. Das macht das Lesen sehr angenehm und lässt Texte sehr journalistisch, seriös und professionell aussehen.

Das Fazit
Medium ist interessant. Die Beiträge dort sind spannend, vielfältig und gut geschrieben. Auch die Art und Weise, wie die Plattform aufgezogen ist, finde ich bemerkenswert. Allerdings würde ich dafür nicht mehr Blog aufgeben, dafür fühle ich mich im Denkarium zu wohlig-warm-geborgen. Dennoch könnte es für zukünftige Ausflüge ins Journalistische nützlich sein. Mal sehen, wie sich unser Studiengangs-Magazin weiterentwickelt.

Lust auf mehr? Schau einfach rein auf Medium und lies gleich mal die ersten Artikel im COS-Magazin auf Medium. Hier der Link zur Collection: Inhalt@ContentGraz