Content-Strategie – meine derzeitige Herangehensweise

Nun bin ich ja Studierende an der FH JOANNEUM und beschäftige mich mit dem Thema Content-Strategie. Zeit, um darüber zu bloggen! Mir kam der Gedanke, dass ich diese vielen Links, die ich habe, erst mal aufspare (für einen nächsten Blogpost). Denn ich finde es interessant, jetzt, vor der ersten Präsenzwoche, meine Herangehensweise, meine derzeitige Sicht auf Content-Strategie niederzuschreiben – und diese dann in einem Jahr oder bei Studienabschluss zu überprüfen.

Ganz ohne Referenzen bin ich dann aber doch nicht ausgekommen. Man muss schließlich ehren, wem Ehre gebührt!

Here it goes:

Was ist Content-Strategie eigentlich?
Ich mag Kristina Halvorsons Definition, sie ist knackig und bringt es auf den Punkt: „I define content strategy as planning for the creation, delivery, and governance of useful, usable content.“ (siehe ihr Buch: Content Strategy for the Web)
Aber wo gehört Content-Strategie hin? So wie ich das sehe, ist die Content-Strategie eine Disziplin, die mit der Unternehmenskommunikation Händchen hält. Für das Corporate Design, also die Präsentation der unternehmerischen Inhalte, braucht es ja erst mal die Inhalte selbst. Qualitativ hochwertige, für den Empfänger entsprechende gestaltete, multimediale Inhalte. Von Text über Bilder, Videos und Audio und interaktive Elemente. Gibt’s denn eigentlich schon Content Manuals, die neben Corporate Design Manuals existieren? Eine erste schnelle Google-Suche hat nichts ergeben. Ha, da könnten wir die ersten sein!

Content-Strategen sind meiner Meinung nach diejenigen im Unternehmen, die eine Strategie entwickeln, mit der Geschäftsführung abstimmen und für die Mitarbeiter, die Content-Produzenten, umsetzbar machen. Sie schulen, unterstützen, redigieren, geben Richtlinien und Vorlagen. Und sie verbreiten vor allem den „Spirit des Contents“ – das Gefühl, die Unternehmensphilosophie, die durch die Inhalte greifbar werden. Content-Strategie sollte ALLEN Content-Kreateuren Richtlinien bieten, um guten, qualitativ hochwertigen Content zu liefern. Die One Voice Policy funktioniert in Zeiten des Social Webs ja ohnehin nicht mehr, also sollten ruhig alle Mitarbeiter Content-Produzenten sein können. Das ist, glaube ich, eine der größten Herausforderungen.

Und vor lauter neuen Infos und Freude...

Und vor lauter UX…

Denn: Gute Content-Strategie ist, wenn man die Content-Strategie spürt, aber nicht sieht. Ich glaube, dass guter Content – die Gesamtheit des Contents einer Organisation – so raffiniert und geschickt gestaltet ist, dass man ihn „erlebt“ und nicht sagt: Aha, da ist wieder dieser Slogan und da ist wieder dieser Absatz und diese Aussage und da wieder dieses eine Bild. Eine gute Content-Strategie sorgt für geile Inhalte und eine scharfe User Experience. Dazu muss ich mir natürlich die Frage stellen, wie Content für eine top User Experience sorgen kann. Und das wäre schon mal ein riesiger Forschungsbereich, der Werte-Theorien (ich bin ja ein Fan von value-in-use), Kontext-Faktoren, Erwartungshaltungen und Erfahrungen usw. einbezieht.

Was bringt Content-Strategie dann?
Im letzten Google Hangout im Rahmen des Studiums sagte Martin Bredl es sehr schön: Derzeit arbeiten sehr viele Unternehmen gerade im deutschsprachigen Raum so, dass Content Aufmerksamkeit erregen soll. Für die tatsächliche Umwandlung eines Content-Konsumenten in jemanden, der mein Produkt oder meine Dienstleistung kauft, fehlt noch ein Schritt. Wie macht mein Content jemanden zu meinem Kunden? Conversion ist das Zauberwort. Content-Strategie zielt im Endeffekt darauf ab, mit gutem Content zum Geschäftserfolg messbar beizutragen. Und das ist noch so ein Bereich, der extrem spannend für die Forschung ist. Welcher Content (von Empfehlungen rede ich hier gar nicht) bringt – angesichts des modernen Medienkonsums – meine potentiellen Kunden dazu, mir Geld geben zu wollen?

Welche Fähigkeiten braucht ein Content-Stratege?
Das ist die Frage. Und ich hoffe, sie wird gut und ausreichend geklärt 😉
Meiner Meinung braucht der Content-Stratege (nebst den Soft Skills, die für Kommunikationstanten und -onkels eh logisch sind), umfassendes Wissen um die Zielgruppe und deren Bedürfnisse, Statistik- und Daten-Verständnis und die Gabe, all das zu überblicken. Er braucht genügend analytischen Denkvermögen, um zu erfassen, was das Unternehmen tatsächlich will und braucht und wie das zur Philosophie und der Vision passt. Vielleicht muss er auch ein unermüdlicher Rebell und Antreiber sein, der Firmenkulturen bis zu einem gewissen Grad umwälzt. Er braucht sicherlich auch technische Kenntnisse rund um Publikation und Management von Content. Und weil ich der Meinung bin, dass der Content-Strategie auch der Chef-Content-Produzent ist, muss er auch in der Lage sein, die Strategie in Content umzusetzen – also super Content zu produzieren.

So, dies erstmal meine aktuellen Gedanken zur Content-Strategie. Das heutige Hangout mit Martin Bredl und Eric Eggert hat mich also, wie man sieht, mal wieder sehr motiviert 😉 Hier gibt’s das Video zum Nachschauen.

Mehr wird garantiert folgen, dann mit mehr Quellen, die mich beeinflussen und in alle Richtungen zerren werden. Das ist, als würde sich nach einem grauen, nebelverhangenen Tag plötzlich eine bunte, faszinierende Welt auftun – und man weiß gar nicht, in welche Richtung man zuerst hüpfen soll. Und vor lauter Freude kann man dann nur mehr Regenbögen erbrechen* 🙂

* ich wollte dieses Meme schon so lange mal verwenden. Es passt einfach – man möge es mir verzeihen.