12 Tage Andalusien – Teil 1

Am Dienstag sind wir von unserem 12-tägigen Urlaub in Andalusien zurückgekommen. Es war ein ganz wunderbarer Urlaub mit einer ausgewogenen Mischung von Entspannung, gemütlichen Outdoor-Aktivitäten und Besichtigung von allen möglichen andalusischen Sehenswürdigkeiten. Hier ein kleiner Urlaubsbericht – geordnet nach Tagen mit entsprechenden Titeln 🙂 Heut gibt’s Teil 1, demnächst Teil 2. Es wird nämlich doch ein langer Bericht mit einigen Fotos.

Tag 1: Schatz, ich glaub ich hab uns ausgesperrt

Wir kamen am Freitag in Jerez de la Frontera an, wo wir eine Nacht verbringen würden. Nachdem wir schon um vier aufgestanden waren, waren wir recht müde und so fiel die Stadtbesichtigung zu Fuß mehr oder weniger flach (wir sind dann mit dem Auto rumgefahren – unter anderem auch zum Circuito de Velocidad de Jerez). Unser Hotel, das Exe Guadalete, war übrigens von Teilnehmern der Vuelta okkupiert, die am Samstag in Jerez starten würde. Gut für uns: Weil das Hotel so voll mit Radrennfahrern und ihren Teammitgliedern war, wurden wir auf eine Suite upgegraded. Mit Jacuzzi am Balkon, wo ich uns gleich mal ausgesperrt habe. Tja.

 

Tag 2: Hay un supermercado cerca de aqui?

Am Samstag brachen wir zu Mittag Richtung El Gastor in die Sierra de Grazalema auf, wo wie eine Woche in der Hacienda El Mirador verbringen würden. Nach 1,5 Stunden kamen wir gut an und bezogen Quartier. Dann: Einkaufen für die Woche. Zumindest war das der Plan – wir waren nämlich im tiefsten Herzen Andalusiens, wo es scheinbar keine großen Supermärkte gibt und nur in den verschlafenen weißen Dörfchen kleine Läden Lebensmittel verkauften. Natürlich sind wir genau zur Siesta-Zeit losgefahren und haben nichts gefunden. Das Positive daran: Wir haben alle kleinen Pueblos Blancos in der Umgebung angeschaut. Das Negative daran: Wir sind im Endeffekt fast zwei Stunden rumgefahren, bis wir einen großen Supermarkt gefunden haben. Natürlich hätten wir fragen können. Aber wo bliebe da der Spaß und das Abenteuer?

 

Tag 3: Die Jagd nach dem „Phantom“

Der Sonntag war unser Tag zur Entspannung. Hach! Rumliegen bei rund 40 Grad, den Geiern und Adlern bei Kreisen zuschauen, gelegentlich in den Pool hüpfen… Und dann vernahmen unsere Ohren (vor allem die von Tom) ein Geräusch. Es war tatsächlich ein Microcopter! Der Modellflugexperte identifizierte das Fluggerät natürlich sofort als Quadrocopter „Phantom“ und wollte gleich zur hiesigen Flieger-Szene Anschluss finden. So gingen wir auf die Jagd – und wanderten die kleinen Straßen rund um die Hacienda ab um den Startplatz zu finden. Leider ohne Erfolg. Der Modellpilot hatte wohl, wie mein Liebster leicht verächtlich schnaubend bemerkt, nur einen Akku, den er zwischendurch immer wieder aufladen musste.

 

Tag 4: Rauf und runter in Ronda

Ronda ist eine wunderbare Stadt, die zum Teil auf einem Felsen über einer hohen Schlucht gebaut ist. Mit den tollen Brücken, der wunderbaren Architektur mit den maurischen Einflüssen ist es wirklich eine Reise wert! Wir wanderten durch die Stadt – von der Plaza des Toros bis hin zu den Parks mit ihren netten kleinen Brunnen, über die Einkaufsstraße bis in die Altstadt. Highlight für mich waren die arabischen Bäder, wo es zudem angenehm kühl war (hatte ich schon die 40 Grad erwähnt?). Nachdem wir relativ wenig Plan hatten, sind wir einfach drauf losgegangen und dementsprechend rauf und runter und rauf und runter gewandert… Danach waren wir ziemlich verschwitzt und freuten uns wieder auf den kühlen Pool daheim in der Hacienda.

 

Tag 5: Von der Katze, die den Gecko fraß, der die gleiche Motte fressen wollte wie die Gottesanbeterin

Wir verbrachten wieder einen angenehm entspannenden Tag in der Hacienda, unter einem Baum neben dem Pool. Abends, beim köstlichen Abendessen, haben wir dann die dämmerliche und nächtliche Fauna beobachtet. Von den Geiern und Adlern (mehr Steinadler als in Österreich, wie’s scheint) habe ich schon geschrieben. Tagsüber gab’s noch massig Eidechsen zu sehen und natürlich die vielen Nutztiere auf den andalusischen Wiesen. Ich habe noch nie so viele Rinder gesehen – alle noch mit Hörnern und auf unglaublichen weiten Feldern. In der Dämmerung umschwirrten uns Fledermäuse und leider auch viele Gelsen. An den Wänden krabbelten Geckos zuhauf. Gottesanbeterinnen jagten Motten und Nachtfalter. Und dann natürlich die vielen Hunde und Katzen – die Hunde bellen dauernd und die langbeinigen andalusischen Katzen sind zwar scheu, aber auch überall.

 

Tag 6: Die grüne Schlucht und die garstigen Gassen

Unsere Gastgeber in der Hacienda waren nicht nur begnadete Köche sondern auch total nett und luden uns ein, mit ihnen eine Wanderung in die Garganta Verde zu unternehmen. Dabei waren außerdem weitere Gäste der Hacienda und eine mit den Gastgebern befreundete Familie. Dieser Tag war der heißeste auf unserer Reise: Wir haben 41 Grad gemessen. Da war es gut, dass wir in der kühlen Schlucht gewandert sind. Mit dem richtig schön kalten Gebirgsbach (Ganzkörper-Kneippkur, anyone?), der die Grüne Schlucht durchzieht, wird einem nie richtig heiß. Außerdem schirmt das grüne Blätterdach über der Schlucht die Hitze ab und sorgt für Farben, die man sonst in dieser Jahreszeit in Andalusien so gut wie nie sieht (sonst ist alles sehr braun und verbrannt). Danach fuhren wir nochmals nach Ronda, weil Tom einen Laden besuchen wollte, in dem er beim ersten Besuch Modellflugzeuge entdeckt hatte. Das ist dabei herausgekommen. Bei der Rückfahrt wollten wir Rionda La Vieja, das antike Acinipo, anschauen – aber leider waren wir schon zu spät dran. Dafür fuhren wieder durch ein paar kleine Städtchen und lernt die garstigen Gassen von El Gastor neu kennen. Unglaublicherweise schaffen es fast alle Autos, egal wie groß, durch die winzigen Gassen des Orts. Gut, dass die Spanier so nett und hilfsbereit und so gute Einweiser sind – sonst hätten wir uns wohl auch nicht um die Kurven getraut.