Mein Kopf ist voller vrrrrrrrmmmmmm

Das vergangene lange Wochenende stand ganz im Zeichen von vrrrrrrmmmmmm. Die Formel 1 ist nach Österreich zurück gekehrt und dieses Spektakel musste ich mir gönnen – deswegen wurden schon letztes Jahr Karten im Sektor N bestellt mit super Sicht auf große Teile der Rennstrecke. Natürlich für alle drei Tage, denn es gibt ja neben dem Formel-1-Rennen an sich noch viel zu sehen. Hier mein kleiner Rückblick auf ein lautes und lustiges Wochenende.

 

Die Fans und die Kulisse

Formel 1 in Spielberg

Formel 1 in Spielberg

Wenn es nur um das Rennen ginge, könnte ich auch daheim bleiben und mir die 250 EUR fürs Ticket sparen. Aber es geht bei so einem Formel-1-Wochenende um viel mehr. Vor allem um die Stimmung, die anderen Rennfans und die Kulisse. Nachdem die Formel 1 dieses Jahr nach 11 Jahren zum ersten Mal wieder in Österreich Halt machte, war die Stimmung großartig – die vielen Österreich zeigten Aufbruchsstimmung, Partylaune und mit ihren vielen Lederhosen und Dirndln Patriotismus. Das Ganze wurde von Red Bull unterstützt, indem beim Renntag Flaggen ausgeteilt wurden, durch die die rot-weiß-roten Tribünen dann entstanden. Mit den grünen Hügeln, Kühen und dem traumhaften Wetter war das moderner Sound-of-Music-Kitsch, ganz wunderbar aufbereitet sowohl für die Gäste als auch fürs Fernsehen.

 

Das Rahmenprogramm: Red Bull lässt es krachen

Von jenen, die schon mal Red-Bull-Veranstaltungen besucht haben, habe ich schon gehört, mit viel Getöse Red Bull sich hier selbst zelebriert. Jetzt hab ich’s am eigenen Leib erfahren können: Musik, Air Show, Red Bull an jeder Ecke. Die Air Show war besonders beeindruckend – Tom hat für GeekAir.at ein Video von Hannes Archs Auftritt gemach. Hammer, vor allem, wenn man das noch nie vorher live gesehen hat.

 

Die Rennen vor der Formel 1: Österreicher auf der Rennstrecke

GP2, GP3 und Porsche Supercup standen neben der Formel 1 an diesem Wochenende ebenfalls am Programm – und boten einen super Vergleich in punkto Lautstärke, Schnelligkeit, Fahrkönnen, Fahrphysik etc. Und was natürlich auch toll ist: Bei GP2 und Porsche Supercup fahren auch Österreicher mit, sodass man getrost die österreichischen Fähnchen schwenken kann. Diese Rennen sind außerdem oftmals spannender, was Führungswechsel und Duelle anbelangt. Oh, und GP2 ist sowas von laut – so wie die Formel-1-Boliden es früher waren. Ich habe in meinem jugendlichen (?) Übermut natürlich trotzdem keinen Gehörschutz verwendet, einfach, um die Lautstärke zu genießen. Es wären die Vibrationen beim Gangwechsel allerdings auch mit Ohrenstöpsel in Brustkorb und Bauchhöhle zu spüren gewesen.

 

Hommage an die österreichischen Formel-1-Fahrer: Die Legends Parade

Für mich das eindeutige Highlight war die Legends Parade am Sonntag vor dem Rennen. Die noch lebenden, ehemaligen Formel-1-Piloten setzten sich in ihre Originalwägen und zogen damit ihre Runden um die Strecke. Gänsehaut! Die 70er-Jahre-Boliden, die lauten Boliden der 2000er-Jahre…. hach! Gerhard Bergers alter Ferrari wollte leider nicht – woraufhin er einfach Jochen Rindts Lotus um den Ring steuerte. Ich lass das jetzt einfach mal so stehen – beschreiben, sodass es der Szenerie gerecht schaffe ich glaube ich nicht.

 

Und zu guter letzt: Die Köngisklasse

Ja, die Formel 1. Seid Jahrzehnten schon die Köngisklasse, die die Massen anzieht. Erstmals war ich 2002 auf einem Rennen (damals auch noch in Österreich), habe vorher die Rennen im Fernsehen verfolgt. Warum fasziniert es mich so? Ich kann es nicht wirklich beschreiben, es ist eine Faszination für die Männer (sind ja leider keine Frauen dabei), die sich in diese Höllenmaschinen auf möglichst leichter Hardware und hochempfindlicher Elektronik setzen, sowie die Faszination für die Technik, die diese hohen Geschwindigkeit, Bremsmanöver und die Sicherheit der Piloten möglich macht. Wenn ein Bolide bei mir mit 300 km/h vorbeirauscht – oder besser, ein ganzes Startfeld von Boliden – dann vibriert und hüpft mein Herz mit, so dass ich innerlich ganz hibbelig werde und auf und ab hüpfen möchte. Es ist ein Gefühl, es ist sehr schwer zu beschreiben.

Dementsprechend habe ich auch gestrahlt, als die (relativ leisen) Autos ihr Runden gedreht haben. Es war ein kurzweiliges Rennen und ein tolles Gefühl, mit anderen Fans zu diskutieren und zu scherzen, während sich Williams und Mercedes um die Führung stritten.

 

Erwähnenswert: Die Organisation

Zwar habe ich auf der Veranstaltungsseite auf Facebook einige sehr kritische Kommentare zum Thema Organisation gelesen, kann diese allerdings nicht bestätigen. Wir hatten sowohl bei Abreise als auch bei Anreise scheinbar riesiges Glück, denn es gab Einweiser, Sicherheitskräfte, Polizisten usw., sodass wir problemlos und mit keiner nennenswerten Wartezeit von den Parkplätzen auf die Autobahn kamen. Wir waren Sonntag nach dem Rennen innerhalb von einer Stunde ab Abreise vom Parkplatz in Spielberg in Graz. Auch die Verpflegung war gut organisiert, meiner Meinung nach zumindest. Es gab zwar Schlangen, doch es ging immer rasch weiter. Unser Essen und Trinken haben wir immer schnell bekommen. Nachdem es so heiß war, wären natürlich mehr WasserverkäuferInnen mit *etwas* größeren Flaschen natürlich schon besser gewesen.

 

Fazit: Nächstes Jahr sofort wieder!*

Was kann ich sagen außer: Fantastic! Mal eine Wochenende mit frischer Luft, Motorenlärm und viiiiielen Menschen mit der selben Leidenschaft. Ich brauche nicht unbedingt mehr als ein Formel-1-Wochenende im Jahr, aber zumindest einmal jährlich am Red-Bull-Ring – ja, das gönne ich mir gerne. Das Projekt Spielberg ist – den Kritikpunkten zum Trotz – unterstützenswert und wunderbar aufregend!

 

*wenn ich’s mir leisten kann