Fragen, die ich mir beim WM-Schauen stelle

Ganz ehrlich: Fußball ist mir wurscht. Ich verstehe, was Abseits ist und erkenne den Schneckerl, wenn er in irgendeinem Studio sitzt oder ein Ereignis kommentiert. Oder für Kelly’s Werbung macht. Da ich neben dem alten Sturm-Platz, der Gruabm, wohne, sehe ich auch oft die ganz Kleinen beim Fußballspielen (soooo süß!). Aber das war’s dann auch schon mit mir und Fußball.

Popularität von Fußball weltwei (Quelle: National Geographic, Juni 2006)

Popularität von Fußball weltwei (Quelle: National Geographic, Juni 2006)

Allerdings geht so ein massives Ereignis wie die Fußball-WM nicht spurlos an jemandem vorüber, der Medien nutzt. Im Fernsehen, im Radio, im Web, auf Plakaten, auf Produktverpackungen – man kommt nicht aus. Dann schau ma halt ein paar Spiele, wenn schon die Glotze rennt. So habe ich also doch ein paar Spiele (so halb) gesehen und mir dabei einige Fragen als Fußball-Noob gestellt. Im Moment sind es nur Fragen, deren Antworten ich noch suche – in Gesprächen mit „Experten“, im Web, wo auch immer – sobald der Formel-1-Grand-Prix vorbei ist (da bin ich das ganze Wochenende lang – yay!).

Viel Spaß beim Lesen 🙂

1. Wer entscheidet, welche Kleidung die Fußballer tragen?
Erstens mal war ich bei den Spielen mit Uruguay viel zu sehr von den hautengen hellblauen Trikots der Spieler abgelenkt. Wenn man jedes Muskelzucken sieht und einem andauernd die aufgestellten Brustwarzen ins Auge springen… Puuuuh, da freut frau sich! Aber ehrlich: Wer bestimmt, ob die Spieler hauteng und oder locker sitzende Leiberl tragen? Ist das eine Team-Entscheidung? Gibt es einen Team-Stylisten? Gleiches frage ich mich beim Tormann – wer bestimmt, welche Farbe er trägt? Sponsoren? Er selbst? Zufall?

2. Warum hat der ORF Samba- und Capoeira-TänzerInnen? Sex sells?
Vielleicht ist meine Erinnerung etwas getrübt, aber an dermaßen gestylte Studios kann ich mich nicht erinnern. Und auch nicht an die leichtbekleideten Damen und Herren, die brasilianisches Flair ins Studio bringen sollen. Lustig fand ich dazu den Artikel in der Tagespresse. Naja, ich darf mich nicht aufregen – wo ich doch im letzten Absatz über die hautengen, enthüllenden Leiberln geschwärmt hab. Aber der ORF hat ja auch noch die fancy Animationen und das Hereinbeamen von Kommentatoren. Ernsthaft, ORF: „Beamen“?

3. Was soll das mit den Hashtags? #PowerToYourMouth? #SayNoToRacism? #allin? #onestadium?
Sehr erstaunt war ich über die vielen Hashtags, die auf den Werbebannern am Feldrand prangen. Da haben sich die Social Media Manager wieder was Tolles ausgedacht. Oder auch nicht. Einzig der für mich seltsamste Hashtag, nämlich #PowerToYourMouth scheint Echo zu erzeugen. Hier gibt’s eine kleine Zusammenfassung der Hashtag-Geschichte, falls jemand mehr darüber lesen möchte.

4. Wer bitte hat die Anzeigetafel für Nachspielzeit bzw. Spielerwechsel designt?
Riesige Stoppuhr, die sie viel schwere als ein normales Anzeigetäfelchen ist. Hm.

5. Warum gibt es immer noch keine Videoanalyse von Backstage-Schieris (obwohl dauernd gejammert wird)?
Es raunzen die Raunzer über die blinden Schiedsrichter. Bla, bla, bla. Ist das nicht immer so? Wird darüber nicht schon diskutiert? Ich glaube, in dieser Hinsicht sind Fußballfans wie Österreicher: Sie *wollen* jammern. Denn mit einer Videoanalyse wären viele der Fan-und-Kommentatoren-deklarierten Fehlentscheidungen sicherlich vermieden worden. Fußball braucht halt Emotionen.

6. In welcher Sprache schimpfen die Spieler mit dem Schieri und umgekehrt?
In meiner Vorstellung kriegt jeder Fußball ein kleines Heftchen mit Argumenten und Unschuldsbekundungen auf Englisch, das auswendig zu lernen ist, um im Falle eines Schiedsrichterspruches gleich mal drauflos plappern zu können. Da stellt sich mir gleich die nächste Frage: Gab es jemals eine Umentscheidung eines Schiedsrichters, nachdem ein (oder mehrere) Spieler ihn argumentativ bearbeitet haben?

7. In welcher Sprache schimpfen die Spieler unterschiedlicher Nationen miteinander?
Auch da hab ich eine Vorstellung: Jeder schimpft in seiner Landessprache.

8. Wie werden die Statistiken berechnet? Also Ballbesitz, zurückgelegte km usw.?
Bei Laufwettbewerben bekommt man ja einen Chip, der die Zeit misst. Gibt es sowas (quasi Schrittzähler und Tacho) auch für Fußballer? Ich finde diese Statistiken hochinteressant – sie zeigen, was für Hochleistungs-Laufmaschinen diese Fußballer sind. Ich mein, 1,5 Stunden Intervalltraining ist schon richtig, richtig hart.