Bloggermotivation – Motivation für ein aufregendes Leben 7


Beim BarCamp hat Robert Lender eine Bloggersession gehalten, in der wir Themen wir Bloggerethik, die Ironblogger und auch Bloggermotivation diskutiert haben. Vor allem letzteres ist für mich ein Dauerbrenner. Wie bringe ich meinen Kopf und meine Finger in Stimmung, einen möglichst ansehnlichen Blogbeitrag zu schreiben? Warum mache ich das überhaupt? Was erwarte ich mir von meinem Blog?

Mein Blog und ich: Erwartungen an unsere Beziehung

Als ich mich der Matura näherte, habe ich beinahe täglich gebloggt – damals auf blogigo (und ich sehe grad, mein altes Blog gibt’s noch! Gucksdu hier). Da gab es fast täglich Blogbeiträge bis Dezember 2008, wo ich schon zwei Jahre lang studiert habe. Die Themen? Erlebnisse, Gedanken über alles und jeden. Schöne Dinge, traurige Dinge, Rants, kurze Updates, Rezensionen… Eieiei, was hab ich da nur zusammengeschrieben xD

Warum ich damals angefangen hab, weiß ich nicht mehr. Es war ein Ventil, mein Platz für Selbstgespräche. Verarbeitung vom Wechsel in einen neuen, selbstständigeren Lebensabschnitt mit dem Auszug aus dem Elternhaus in die eigene Wohnung in meine Studentenbude.Therapie (ja, die hab ich damals gebraucht).

Heute geht’s mir zum Glück gut :-) Und wieso blogge ich dann?

Erstens mal möchte ich meine Schreibskills wieder ein bisschen auf Vordermann bringen. Ich habe früher so gerne und viel geschrieben – Gedichte, Geschichten, alles mögliche. Ich wäre gerne wieder auf dem kreativen Stand der 8-jährigen Issi.

Zweitens möchte ich mich – wie der Name des Blogs schon sagt – meiner Gedanken entledigen, sie hier ablegen, beschreiben, mit Links ergänzen und mit euch diskutieren, damit sie nicht im meinem Kopf herumschwirren und mir schlaflose Nächte bereiten.

Und drittens möchte ich mein Blog zum Anlass nehmen, mein Leben aufregend zu gestalten. Hö? Wat? Naja, wie sang Farin Urlaub nochmals?

Feuertanz

Aufregende Dinge tun – ja, ich wollte unbedingt mit Feuer spielen – Foto: Martin Gesslbauer

“Nur ein Nagel im Knie, nur ein Loch in der Lunge,
nur ein LKW-Unfall…
Ach, das Leben ist kurz und man muss es genießen!
Es ist viel zu schnell vorbei.”

Ihr kennt das vielleicht: Man verfällt in den Alltagstrott mit Aufstehen, Arbeiten, Heimfahren, Fernsehen, Schlafen. Viel zu oft sieht mein Tag so aus und manchmal kann ich mich nicht mal zu Sport aufraffen. Und es ist jeden Tag das Gleiche und am Ende der Woche stehe ich da und frage mich, was ich mit den vergangenen 7 Tagen eigentlich gemacht habe.

 

Mein Blog: Mein Arschtritt für Spaß am Leben

Das klingt jetzt doch nach einer seltsamen Methode um dem Credo “live everyday as if it were your last day” zu folgen. Aber warum sollte mein Blog mir nicht ein wenig vorhalten, wie viel Aufregendes ich tue – oder wie schnell mir die Themen ausgehen? Tom und ich haben gestern darüber gesprochen, eine Liste mit Dingen anzufertigen, die wir möglichst schnell machen müssen. Er hat nämlich die Seite vom 19-jährigen Stephen gefunden, der schon früh eine Krebsdiagnose erhielt und nach mehreren Remissionen und der steten Wiederkehr des Krebses im Jänner 2013 die Prognose “unheilbar” erhielt. Der junge Brite ist jedoch nicht in Selbstmitleid versunken sondern hat – allen Widrigkeiten zum Trotz – ebenso seine Liste an “Things to do before I die” Punkt für Punkt abgehakt. Er hat zudem Motivational Speeches (z.B diese hier) gegeben, die für mich ersten Moment gruselig waren. Wie kann jemand so fröhlich drauf sein und Scherze über seine schreckliche Krankheit reißen? Wie kann jemand ganz beiläufig erwähnen, dass er wahrscheinlich bald sterben wird?

Er sagt: Ich habe so viel Motivation um ein glückliches Leben zu führen, aber so wenig Zeit. Deswegen möchte er den Zusehern einen Teil seiner Motivation abgeben, damit diese damit ihre Zeit füllen können. Das ist was, was wir alle tun sollten.

Mein Blog tritt mich diesbezüglich in den Hintern und verlangt von mir ein gewisses Commitment, mich mit meinem Leben zu beschäftigen und zu prüfen, ob ich was daraus mache. Manche nennen es vielleicht Sinnsuche – ich nenne ich Suche nach Dingen, die mir Spaß machen. Egal, ob dieser Spaß 3 Stunden, 3 Monate oder 3 Jahre anhält.

 

Ein Stückchen “ich”

Kennt ihr Harry Potter? Tom Riddle, der spätere Lord Voldemort, hat ein Tagebuch, das einen Teil seiner Seele beinhaltet. Dass das funktioniert, ist natürlich eine gewisse magische Komponente von Nöten. Aber ich glaube, dass Dinge, die man als Individuum oft benutzt und den eigenen Bedürfnissen anpasst, mit eine Stückchen des eigenen “Ichs” gefüllt werden. Ich denke da jetzt auch an meinen Dino, ein Stofftier, dass ich jetzt schon seit 22 Jahren habe und dass immer noch in meinem Bett schläft. Es schaut zwar schon ziemlich arm aus, aber es ist ein Teil Issi darin enthalten.

So ist es auch mit einem Blog – auch wenn ich es nicht riechen und fühlen kann wie meinen Dino. Im Endeffekt ist mein Blog mein öffentliches Tagebuch – mit dem Unterschied, dass ich auch nach mehreren Jahren noch meine Schrift entziffern kann. Und so kann ich über vorherige Einträge lachen oder den Kopf schütteln. Ich habe jetzt mein altes Blogigo-Blog ein wenig durchblättert. Es hat vieles geweckt: Erinnerungen, Gefühle, nicht unbedingt schöne Gedanken. Es ist ein Stückchen “ich”.


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7 thoughts on “Bloggermotivation – Motivation für ein aufregendes Leben

  • Ghazala

    Liebe Issi,

    Danke! Ein wirklich gelungener Beitrag!
    Das Thema AUSKOSTEN (wie ich es nenne) beschäftigt auch mich gerade. Es ist so wichtig zu genießen und offen zu sein für Neues. Da ich das nun seit einiger Zeit konsequent praktiziere und ziemlich schnell die positiven Effekte davon merke, kann ich das nur jedem empfehlen! Auf Lebendigkeit kommt Leben und Lebensqualität zurück!!
    Aja und vielleicht eine Alternative zu “live everyday as if it was your last” – mir behagt der nämlich so gar nicht – “live everyday as if it was your birthday” is doch viel motivierender oder? ;-)
    Weiter so Issi!!! I am a Fan ;-)
    Küßchen Ghazala

    • Isabel Beitragsautor

      Danke für deinen Kommentar! Dein Motto ist schöner, das stimmt :-) Immerhin bekomme ich alle Dinge, die ich tun möchte, nicht an einem Tag unter… Bussi!

  • Henriette

    Ich sag jetzt einfach mal Danke für diesen sehr berührenden Beitrag von dir :). Hat mir sehr gut gefallen, wie du beschrieben hast, was dir da durch Kopf gegangen ist.

    Ein Freund von mir hat jetzt grad die Diagnose bekommen, dass seine Mutter Krebs hat, ich nehme an, er wird jetzt seine Zeit ebenfalls soviel wie möglich mit ihr verbringen, um die Zeit zu genießen, die ihnen zusammen noch bleibt …

  • Dietmar

    Gefällt mir ebenso sehr gut dein Artikel. Er zeigt mir, dass vieles in uns selbst drinnen oftmals verborgen für die Aussenwelt ist, aber zugleich auch vieles nach Außen getragen muss. Durch diesen Schritt des “Nach außen Tragens” entsteht Bewegung oder Dynamik. Und gerade das ist das spannende am Bloggen, dass sich durch diese Dynamik seine eigenen Vorstellungen, Gedanken, Ideen, Blickwinkel oder Interessen verändern können. Im Grunde genommen schafft man damit Bewusstsein, sprich ein Bewusstsein für sein ICH im ersten Schritt und weiterer dann für sein SELBST.
    Warum wir immer wieder erst dann erinnert werden, dass wir vergänglich sind und wir unsere Zeit gut nutzen sollten, wenn Leute sterbenskrank werden und andere schlimme Dinge passieren beschäftigt mich ebenso. Ich habe vielleicht eine Richtung gefunden mein eigenes Leben glücklich zu gestalten, aber dass viele Menschen zum Gestalter ihrer eigener Realtität werden müssen (und die Verantwortung dafür tragen) dass müssen noch Einige lernen, so meine Erkenntnis (trifft natürlich nicht auf hier genannte Personen zu :-). Für mich ist aber das Bloggen eine gute Form der Reflexion, mich zumal von meinen vielen intellektuellen Gedanken frei zu machen. Ich nenne diese Kreisgedanken (sind jene, die dir schlaflose Nächte bereiten). Ich grüble noch, ob ich Gedanken die tiefer in mir verankert sind und mehr auf Herzensebene passieren, auch der Öffentlicheit auszubreiten. Womöglich wird man dann mehr als Spinner von anderen gesehen weil viele nur den ihren Verstand als Werkzeug nutzen können oder wollen.
    Kurzum: Gefällt mir sehr gut dein Artikel, hat in mir auch viele Gedanken erzeugt. Die würde aber den Rahmen der Kommentarfunktion sprengen, wenn ich hier alle zum Ausdruck bringen würd’.

    • Isabel Beitragsautor

      Warum verfasst du dazu nicht auch einen Blogbeitrag? ;-)
      Der Begriff “Kreisgedanke” gefällt mir gut! Diese Art von Nachdenkerei kenne ich auch. Das entwickelt sich dann teilweise richtig zu Spiralen, die mich nach oben und unten reißen, je nachdem. Das sind aber oft auch diese sehr persönlichen Gedanken, die du auch beschreibst. Da bin ich, wie du, unsicher, ob ich sie so öffentlich posten möchte. Es kann ja sehr viel falsch verstanden oder missinterpretiert werden im Web… Für diesen Zweck hatte ich mal ein persönliches Blog. Allerdings nur sehr kurz: Die Dinge, die ich dort gepostet habe, waren sehr persönlich und eher deprimierend. Nach einiger Zeit wollte ich dann gar nicht mehr reinschauen – es hat mich zu sehr runtergezogen.

      Dann schon lieber ein buntes Kraut-und-Rüben-Blog, wo schöne und traurige Dinge drin stehen!

  • Gudrun

    Danke @issy, Dein Beitrag hat mich dazu angeregt, mir auch darüber Gedanken zu machen – und passt für mich auch wunderschön zu dem Video, das vom #bcg14 entstanden ist. Wenn ich nicht fort gewesen wäre, hätte es mir auch gefallen.