Gutes vom eigenen Balkon

Mit dem tollen, sonnigen Frühlingswetter kommt sofort die Gärtnerin in mir raus. Deswegen gibt’s heute einen Post mit meinen Erfahrung zum Garteln am Balkon – denn selbst gezogen schmeckt am besten!

Ich muss allerdings gleich vorweg sagen, dass ich kein Obergärnter bin und auch nicht den grünsten aller Daumen habe. Vielleicht helfen meine Erfahrungen aber gerade deswegen jenen Leuten, denen es ähnlich wie mir geht 😉

Am besten schmeckt die erste Gurke des Jahres vom eigenen Balkon.

Am besten schmeckt die erste Gurke des Jahres vom eigenen Balkon.

Erstmals zur Auswahl der essbaren Köstlichkeiten für den Balkon. Wichtig dazu sind folgende Punkte:

  • Ausrichtung des Balkons: Wie viel Sonne bekommt der Balkon ab? Unserer ist zum Beispiel südseitig ausgerichtet, was perfekt für Tomaten, Paprika und Gurken ist.
  • Der verfügbare Platz am Balkon: manche Pflanzen wie Tomaten und Gurken brauchen große Töpfe und viel Platz zum Wuchern. Wofür wird der Balkon noch gebraucht – und wie viel Platz kann für die Pflanzen bleiben?
  • Der Standort: Tomaten mögen Wärme, Bohnen mögen keinen Wind, volle Sonne bedeutet viiiiiiel gießen. Wie viel Schutz bieten verschiedene Topfstandorte?
  • Gewünschter Pflegeaufwand: Gerade im Sommer kann es nötig sein, gewisse Pflanzen morgens und abends zu gießen. Wie viel Zeit und Lust habt ihr auf Balkonpflege?
  • Und natürlich: Geschmack! Wie wär’s mit einem reinen Erdbeerbalkon? Oder dem Kräuterparadies? Oder mit einer wilden Auswahl an raren Tomatensorten?

Ich hatte in den letzten Jahren sehr viele verschiedene Gemüsesorten, Kräuter und Beeren. Dieses Jahr habe ich mir für einen Kräuterbalkon entschlossen – auch, weil ich noch nicht sicher bin, wie sehr unsere zwei jungen Katzen auf eventuelle Gemüsepflanzen losgehen.

Zum Kauf der Pflanzen und der Ausrüstung: Ich habe vor zwei Jahren alle meine Pflanzen selber gezogen – und sie damit quasi vom ersten Keimen bis zum Beerdigung in der Biotonne begleitet. Das ist eine schöne Art, das Leben beim Entfalten zu beobachten. Allerdings kaufe ich mittlerweile lieber Jungpflanzen – es gibt tolle Bio-Sorten bei Gärtnereien, vor allem abseits der Ketten. Gute Erfahrungen habe ich aber auch nicht den Ja-Natürlich-Jungpflanzen gehabt. Super sind auch die Jungpflanzen der ARCHE NOAH – da gibt’s am 26. April 2014 wieder einen Jungpflanzenmarkt mit Raritäten, die die ARCHA NOAH zu erhalten sucht.

Bei der Ausrüstung kann ich nur sagen: Terrakottatöpfe sind super, aber leider teuer. Ich habe mittlerweile einige, sehr große Plastiktöpfe, die sich gute für Tomaten, Paprikapflanzen oder Gurken eignen. 10 Litter Fassungsvermögen sind Minimum, je größer, desto besser! Für die Erde nehme ich auch gerne Bio-Erde, die ich mit zwei bis drei Handvoll Biovin-Dünger mische. Meine Mutter hat früher oft Walderde fürs Pflanzen genommen. Wäre sicherlich auch einen Versuch wert, wenn ihr Zugang zu einem Wald habt 😉

Praktisch sind außerdem ein Schauferl und Gartenhandschuhe. Und eine grooooße Gießkanne. Weiters sind eine Gartenschere, ein Rankdraht und auch Rankgitter oder -stäbe ganz nützlich, um das Grün im Zaum zu halten.

Radieschen

Das Beste, was es gibt: Die ersten selbstgepflanzten und geernteten Radieschen vom Balkon!

Der Akt des Pflanzens an sich ist – so seltsam das auch klingen mag – für mich immer ein sehr festlicher. Ich kann es meistens kaum erwarten, wenn ich schon mit der Planung fertig bin und vielleicht sogar schon Erde und Jungpflanzen daheim habe, bis ich mich endlich in die Frühjahrssonne setzen und Töpfe befüllen kann. Das hat etwas sehr Meditatives. Gegen das Schmutzaufkommen hilft eigentlich nur vorsorglich ein altes Leintuch drunter zu legen oder nachträglich eben mit Besen und Schaufel zu putzen. Vorsicht vor etwaigen grantigen Nachbarn unter euch – manche finden es sicherlich nicht so prickelnd, Erde von oben abzubekommen.

Zur Pflege der Pflanzen ist es am besten, online zu recherchieren oder sich eines der vielen Bücher zu besorgen. Ich habe das Buch „Der Selbstversorger Balkon„, das ich ganz gut finde, und empfohlen wurde mir gerade heute „Gärtnern im Quadrat“ – aber wie gesagt, Google ist dein Freund 😉 Ich habe eigentlich nie Dünger verwendet – außer Biovin beim Pflanzen. Mit Hausmittelchen wie kleingeschnittenen Bananenschalen, die Wunder wirken sollen, habe ich bis jetzt noch keine Erfahrungen gemacht. Ich weiß auch nicht, ob das so toll riecht, wenn die Bananenschalen auf meinem Balkon verrotten…

Mit Schädlingen hatte ich bis jetzt eigentlich fast keine schlechten Erfahrungen. Lediglich Spinnmilben haben im vorletzten Jahr meine Pflanzen etwas zugesetzt. Mit dem Aus-die-Laus-Spray von Ja! Natürlich hab ich das Problem halbwegs in den Griff bekommen – aber eben nur halbwegs. Was mehr geholfen hat, war das Entfernen der befallenen Pflanzenteile.

Tomatenvariationen

Die Ernte eines Tages vom Selbstversorgerbalkon.

Und der beste Part: Die Ernte der Köstlichkeiten! Nichts ist besser als eine Tomate, die ganz frisch und warm vom Strauch gepflückt wird und dann gleich, ohne Salz oder Sonstiges, genascht wird. Am besten sollte die Ernte gleich verspeist werden. Wenn das nicht geht, gibt es hier Tipps zur optimalen Aufbewahrung von Obst und Gemüse.

Das Schönste an der Ernste der selbst gezogenen Gemüse- und Obstköstlichkeiten ist nicht nur der Geschmack sondern auch die Befriedigung, dass man selbst, ohne Einsatz von giftigen Spritz-, Dünge- oder was-weiß-ich-was-für-Mittel, sein eigenes Essen geerntet hat. Und zwar in allen möglichen Farben, Formen und Geschmacksnuancen!