Fleisch? Wie wär’s mit diesen fünf Ersatzgerichten?

Seit Februar 2013 ernähre ich mich vegan – das heißt ohne Fleisch, ohne Fisch, ohne tierische Erzeugnisse. Und immer wieder muss ich mich dafür vor spontan zu Ernährungswissenschaftlern mutierten Menschen rechtfertigen. Das nervt, ist aber mittlerweile nichts mehr, was mich aus der Fassung bringt.

Chili sin carne

Fleischlos glücklich – und voll gegessen!

Was mich tatsächlich ärgert, ist die Aussage: „Das könnte ich nicht!“

In Wirklichkeit bedeutet dieser Satz „Ich will nicht.“ Und das ist auch OK. Jeder muss tun, was er selbst für richtig hält. Ich will niemanden missionieren, wenn ich über meine Ernährung rede, denn das steht mir nicht zu.

Wer tatsächlich auf Fleisch, Fische und tierische Erzeugnisse (zumindest öfters) verzichten will, dem kann ich folgende fünf Fleischersatzzutaten empfehlen:

1. Chili sin carne – Fleischersatz: Sojahack

Eines des besten Gerichte für Abende mit Freunden ist Chili – und in unserem Fall Chili sin carne, also ohne Fleisch. Der Ersatz dafür ist Sojahack. Diese getrocknete kleine Sojabröckchen gibt es im Reformhaus oder auch in größeren Supermärkten. Mit der richtigen Würze ist kaum ein Unterschied zu Hackfleisch im Chili zu erkennen. Meine Würzmischung für Sojahack: einen Löffel Gemüsesuppenpulver mit dem Hack mischen, zwei Löffel Sojasauce dazu und mit heißem Wasser aufgießen. 15 Minuten quellen lassen und dann mit etwas Zwiebeln anrösten.

 

2. Linsen-Bolognese – Fleischersatz: rote Linsen

Hülsenfrüchte sind auch für die nicht-vegane Ernährung wahnsinnig wertvoll: Polysaccharide für lange Sättigung, Ballaststoffe für die Darmtätigkeit und Eiweiß für die Muckis. Rote Linsen sind dazu noch einfach und schnell zuzubereiten und passen perfekt in eine vegane Bolognese-Sauce. Dazu erst die Linsen kochen (ganz wichtig: ohne Salz, sonst gibt’s Linsengatsch) und dann mit angebrutzelten Zwiebeln, pürierten Tomaten und Gewürzen nach Wunsch möglichst lange köcheln lassen.

 

3. Spaghetti Carbonara – Fleischersatz: Räuchertofu

OK, Carbonara ist vielleicht nicht der Inbegriff von gesundem Essen und auch die veganisierte Variante ist nicht gerade eine Fastenspeise. Aber hin und wieder muss man sich einfach die cremig-würzige Köstlichkeit reinhauen. Für die Würzigkeit sorgen in diesem Fall ordentlich geräucherter Tofu und Nährhefe –  letzteres gibt es im Reformhaus. Mein Rezept beinhaltet meistens auch eine ordentliche Portion Spinat, damit das Gericht zumindest ein bissl grün ausschaut 😉 Aufgegossen wird das Ganze mit Sojasahne bzw. Sojacuisine. Auch noch sehr wichtig für Geschmack und Konsistenz ist ein Schuss Essig oder Zitronensaft zum Schluss.

 

Schwarze-Bohnen-Laibchen

So gut wie Burger, aber ohne tote Kuh.

4. Schwarze-Bohnen-Laibchen – Fleischersatz: Schwarze Bohnen

Burgerlaibchen sind schwer zu imitieren. Für meinen Geschmack kommen da nur Schwarze-Bohnen-Laibchen in Frage, denn sie sind würzig, haben die richtige Farbe und eine köstliche Konsistenz. Zwar ist die Zubereitung etwas aufwändiger, aber für ein feierliches Wochenendessen sind diese Laibchen genau das Richtige! Erstmals müssen die schwarzen Bohnen 12 bis 24 Stunden eingeweicht, dann ca. 1,5 bis 2 Stunden gekocht werden (wieder: ohne Salz kochen!). Dann mit einer Gabel grob zerdrücken und mit etwas Semmelbröseln mischen, damit die Laibchen zusammenhalten. Würzen und abschmecken und in der Pfanne braten.

 

5. Champignon-Steak – Fleischersatz: Champignons

Dieses Gericht war das erste, das mir mein Vater gekocht hat, als ich als Veganerin zu Besuch daheim war. Und es war göttlich! Normalerweise verwende auch ich Champignons als Teil von Gemüsepfannen, als geröstete Zuspeise aus dem Ofen oder gefüllt als Häppchen. Aber sie machen sich auch gut für alle, die Hauptspeise und Zuspeise am Teller brauchen. Dafür die größten Champignons entstielen in Olivenöl scharf auf beiden Seiten anbraten. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken – und schon sind die „Steaks“ fertig!