Veganes Comfort-Food

Eigentlich wollte ich diese Woche über meine fünf liebsten Fleischersatzgerichte bloggen. Dann musste ich mich aber einer Weisheitszahn-OP unterziehen und kann seitdem keine festen Nahrungsmittel zu mir nehmen. Tja, da macht das Bloggen über köstliche Linsenlaibchen, Chili sin Carne usw. auch keinen Spaß, also gibt’s einen Blogbeitrag über veganes Comfort-Food.

Es gibt diese Tage...

Es gibt diese Tage…

Meine Mutter hat mir damals, als ich noch daheim gewohnt habe, immer Scheiterhaufen gemacht, wenn ich krank war: Viele Äpfel, saftiger Zwieback und ein wenig von der köstlichen Kruste oben drauf. Das war Comfort-Food in seiner reinsten Form.

Jetzt hab ich zwar im Ernährungskurs gelernt, dass man sich für Verletzungen und bei Krankheiten nicht mit Essen aufheitern soll, weil das das Ernährungsverhalten eher negativ beeinflusst und gerade Kinder schon früh darauf konditioniert, Essen mit Belohnung/Ersatz/whatever zu verbinden.

In dem Fall ist es bei mir eh schon zu spät.

Also gönne ich mir, wenn’s mir nicht gut geht, auch heute noch was für die Seele (auch wenn die Vernunft den Kopf schüttelt und sich der Körper vielleicht darüber wundert). Hier meine Top-Rezepte für ein wohlig-warmes Bauchgefühl:

 

Obstcrumble

Die Idee bzw. das ursprüngliche Rezept habe ich von Evelyns Blog und habe es veganisiert. Es funktioniert super mit Zwetschgen (aber wir haben ja grad keine Zwetschgenzeit) aber auch mit Äpfeln. Ich schneide dazu große Mengen Äpfel mit der Schale in grobe, mundgerechte Stücke und würze sie ordentlich mit Zimt (am liebsten den Cassia-Zimt von Sonnentor) und/ohne Vanille (beziehe ich von Vanillessen). Rein in eine feuerfeste Form und den Ofen schon mal auf 180 °C vorheizen. 40 g vegane Butter (z.B. Alsan), 50 g Vollkornmehl, 40 g Rohrzucker und eine Prise Salz mischen und zu Streuseln verarbeiten. Über das Obst streuen und zuerst 25 Minuten zugedeckt backen, dann 25 Minuten ohne Zudeckung fertig backen. Am besten warm genießen!

 

Apfelmus mit Eis

Aaaah, Äpfel. Äpfel gehören zu meinem Lieblingsobst und ich esse echt viel davon – meine Bezugsquelle ist die Familie Laposa aus Höf-Präbach, die jeden Samstag am Bauernmarkt am Ostbahnhof stehen. Apfelmus ist total einfach zu machen, geht schnell und funktioniert auch super bei dicker Backe. Einfach Apfelspalten schneiden (auch hier lasse ich die Schale dran) und mit etwas Wasser in einem Topf dünsten, bis sie weich sind. Zimt-Fans können auch hier wieder nach Belieben würzen – dann werden die weichgekochten Äpfel püriert bis sie ein Zahn-OP-freundliches Mus ergeben. Köstlich schmeckt das noch warme Mus auf veganem Vanilleeis (z.B. von Mio, gibt’s beim Merkur).

 

Griesnockerl mit Ahornsirup. Oder Marmelade. Oder Apfelmus.

Griesnockerl sind omnomnomnom! Die Herstellung könnte auch nicht leichter sein: Einen Esslöffel vegane Butter mit ca. 300 ml Sojamilch aufkochen und 50 g Gries einrühren. Einmal aufkochen lassen (dabei immer umrühren) und dann zehn Minuten quellen lassen. Nockerl ausstechen und mit Ahornsirup, Marmelade, Apfelmus… servieren. Die Menge reicht übrigens locker für zwei Personen!

 

Kartoffelsalat

Einfach und doch so köstlich: Kartoffelsalat. Für mich muss er drei Eigenschaft haben, um Comfort-Food zu sein: 1. warm, 2. gatschig, 3. sauer! Für meinen Kartoffelsalat koche ich entsprechend meines Hungers mehlige Kartoffeln ca. 30 bis 40 Minuten. Abgießen, schälen und in Scheiben schneiden. Je mehr sie jetzt schon zerfallen, desto besser für das Endergebnis! Mit dem Saft einer Zitrone und zwei Esslöffeln Sonnenblumenöl, Salz und Schnittlauch abmachen und genießen. Irgendjemand meinte mal, das wäre ja quasi saures Kartoffelpüree. Yes!

 

Gemüsecremesuppe

Suppe wärmt und kann toll variiert werden. Mein Basisrezept: In einem Topf etwas Olivenöl erwärmen und Gewürze je nach Geschmack kurz anbraten (bei mir war’s Kümmel und Muskatnuss zusammen mit einem Lorbeerblatt). Inzwischen zwei bis drei Kartoffeln schälen und in mundgerechte Stücke schneiden und auch das gewünschte Gemüse entsprechend schnibbeln (bei mir war’s dieses Mal Kürbis, den ich noch vom letzten Herbst eingefroren hatte). Beides zu den Gewürzen hinzufügen und scharf anbraten und etwas brutzeln lassen. Mit genug Wasser aufgießen, um das Gemüse gut zu bedecken. Sobald alles weich ist, ein wenig Sojamilch und Salz nach Bedarf hinzufügen und schließlich alles lang und gut pürieren.

 

In diesem Sinne: Gute Besserung allen Kranken und Verletzten!

 

Noch eine kleine Anmerkung zum Schluss: Das Bild zeigt meinen eingegipsten Fuß nach meinem Bänderriss 2010. Ich hätte auch meine Backe zum jetzigen Zeitpunkt fotografieren können – aber ich wollte mich dann auch nicht als Quasimodo im Netz wiederfinden…