Hochzeit 2.0 – von Pinterest und Bridezillas

Hochzeit

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Ungefähr eine Stunde nachdem mich mein langjähriger Partner, Geek-Freund und Lieblingsmensch zu Silvester mit einem Heiratsantrag überrascht hat, habe ich bereits mein Hochzeits-Board auf Pinterest angelegt. Auch in den darauffolgenden Tagen habe ich viel Zeit damit verbracht, Plattformen, Tools, Blogs und Community rund ums Heiraten im Web gesucht und gefunden. Und abonniert. Und gebookmarkt.

Ehrlich gesagt war ich doch ein wenig überrascht, dass es so dermaßen viel Informationen, Tools, Magazine, Anleitungen etc. zum Thema Heiraten gibt. Mir erscheint es fast so, als gäbe es eine Art Hochzeits-Fandom, das ebenso leidenschaftlich interagiert wie SciFi- oder Fantasy-Fandoms.

Und weil das vielleicht interessant und nützlich für die eine oder andere Braut bzw. den einen oder anderen Bräutigam sein könnte (oder einfach nur spannend für Menschen, die sich mit dem Social Web befassen), hier meine bisherigen Erfahrungen mit Hochzeit 2.0:

Pinterest – Inspirationen bis zum Abwinken

OK, ich nutze Pinterest schon länger. Bisher diente es mir vorrangig als schön illustriertes Kochbuch, Speicherplatz für Sportinfographiken und Sammelstelle für geekige Funde. Nun, wo ich verlobt bin, habe ich natürlich sämtliche Hochzeitsboards abonniert, die ich finden konnte. Das ist im ersten Moment toll: Inspirationen en masse! Kleider, Dekorationen, Papeterie (noch so ein Wort, dass ich neu gelernt habe)! Allerdings sind fast alle der Bilder Hochglanz-Profifotographen-Aufnahmen mit elfengleichen Models. Sprich: Langsam kann ich sie nicht mehr sehen. Dennoch: Das Werkzeug an sich ist toll um Inspirationen zu sammeln und auch gemeinsam mit dem Partner / der Partnerin Ideen zu pinnen.

 

Foren – Tipps, Tricks und Bridezillas

Internetforen waren lange Zeit für mich *der* Ort im Web: Internetforen sind nachvollziehbarer als Chats, man kann sich ein nettes Profil einrichten und in Threads zu verschiedensten Themen diskutieren. Nach Facebook war ich lange Zeit in keinem Forum mehr – aber jetzt ist natürlich alles anders 😉 Foren und Communitys rund ums Heiraten gibt es genug – das richtige auszuwählen ist hier ganz wichtig. Ich habe mich nach einiger Recherche für das Forum von ja-wir-wollen.at entschieden, weil a) aktive Nutzer, b) wirklich hilfreiche Tipps und c) aus Österreich. Ich habe aber auch andere Foren gefunden (zum Beispiel auf The Knot – siehe unten), wo sich Bridezillas* in großen Scharen tummeln. Bridezilla? Noch so ein neuer Begriff in meinem Wortschatz. Bridezillas sind Bräute, die ob des Stresses der Vorbereitungen und kleiner Probleme zu Monstern mutieren und in vollkommene Panik verfallen. Am besten gar nicht erst anstecken lassen!

Bridezillas

Der Web kann angehende Bräute und Bräutigame dezent wahnsinnig machen – Bild von MizHowlinMad / deviantart

* Natürlich gibt es auch ein männliches Pendant zu Bridezilla: den oder das Groomster. 

 

The Knot – Tools und visuelle Orgien

The Knot ist bis dato meine Lieblingsseite zum Thema Heiraten. Sie vereint ein Bilder-Pinning-System, das Pinterest ähnelt, kostenlose Tools und informative Artikel (zwar vorrangig für die US-amerikanischen Raum ausgelegt, aber durchaus praktisch!). Außerdem gibt es eine Community – die allerdings meiner Meinung nach sehr Bridezilla-lastig ist. Die Werkzeuge wie der Kostenplaner, der Sitzplan-Generator und der Gästelisten-Verwaltung sind gut gemacht und sehr brauchbar. Derzeit nutze ich vor allem den Kostenplaner – damit kann man gleich mal sehen, welche möglichen Kostenpunkte es gibt… Von The Knot gibt’s übrigens auch eine App: Zum Brautkleid-Shopping!

 

Hochzeitswebsites – Love-Storytelling

Wer sich und seine Hochzeitsstory möglichst öffentlich präsentieren möchte, ist mit einer Hochzeitswebsite gut bedient. Dafür gibt es mittlerweile zahlreiche Anbieter (google einfach nach Wedding Website oder Hochzeitswebsite), die kostenlose oder kostenpflichtige Websites oder Website-Templates zur Verfügung stellen. Oftmals umfasst die Hochzeitswebsite aber nicht nur Informationen sondern auch Mittel zur Interaktion: Man kann Zu- oder Absagen schicken, Glückwünsche hinterlassen und so weiter. Und für die Smartphone-Freunde gibt’s natürlich auch die Möglichkeit, eine eigene Hochzeits-App zu erstellen. Meine Meinung: Thanks, but no thanks. Ich hab ja mein Blog 🙂

 

Und zu guter Letzt: Wir haben schon einiges an Preislisten, Adressen und Visitenkarten gesammelt (nicht umsonst haben wir am Wochenende die Hochzeitsmesse auf Schloss Laubegg besucht) und bewahren diese Unterlagen, ganz altmodisch, in einem dicken, blauen Ordner auf. Man muss ja nicht immer alles online machen – und manche Dinge, wie ob die Cupcake-Bäckerin auch vegane Cupcakes hinkriegt und dass es lautloses Feuerwerk gibt, erfährt man erst im Gespräch mit den Experten.

Interessiert euch dieses Thema Hochzeit 2.0? Meine Tour durch die Welt der Hochzeit 2.0 ist nämlich noch lange nicht vorbei und gerade das Thema individuelle Hochzeits-Apps – wenngleich ich es mir für meinen Fall nicht interessant ist – finde ich sehr spannend.